Gäubodenmuseum in Straubing

Römerschatz und Stadtgeschichte – Gäubodenmuseum in Straubing

Wer in Niederbayern unterwegs ist, sollte einen Besuch im Straubinger Gäubodenmuseum nicht versäumen. Die Stadt, am Gäuboden der Donau gelegen, beherbergt in unmittelbarer Nähe des historischen Stadtplatzes das sehenswerte Museum. Seine Tradition reicht bis in das Jahr 1845 zurück, als der Öffentlichkeit erstmals stadtgeschichtliche Bestände gezeigt wurden.
Heute zeigt sich das Gäubodenmuseum mit seinen umfangreichen Sammlungen als modernes Haus, das seinen Besuchern viel zu bieten hat. Die Konzeption ist gut durchdacht und die Präsentation rückt die Exponate ins rechte Licht.

Römerabteilung – tiefe Einblicke in das Leben der römischen Soldaten

Im Mittelpunkt der Römerabteilung steht der 1950 in Alburg gefundene Römerschatz. Straubing war ein bedeutender Militärstandort während der Römerzeit. Der römische Schatzfund ist über die Region hinaus bekannt und zählt zu den bedeutendsten Exponaten in Deutschland. Hierzu zählen Paradeausrüstungen und Statuetten, wie auch Gesichtshelme und beeindruckende Masken aus Bronze. Ein weiterer Abschnitt der Abteilung widmet sich dem römischen Militärwesen, Besucher erhalten Einblick in die Ausbildung und Bewaffnung der Soldaten, sowie deren Alltag. Um die Kastelle siedelten sich Händler und Handwerksbetriebe an, entsprechende Funde geben Auskunft über das Lagerleben.

Archäologische Forschung in der Region

Die neu überarbeitete Dauerausstellung der Vor- und Frühgeschichte zeigt imposante Funde, die von der Jungsteinzeit bis hin zur Zeit der Kelten. Zahlreiche Neufunde aus den letzten Jahren ergänzen die Ausstellung, hier sind Alltagsgefäße, Schneckenschmuck und Modelle von Häusern der Jungsteinzeit zu sehen. Sie vermitteln ein Bild vom Leben der ersten Bauern der Region und über die weitere Entwicklung im Lauf der Jahrhunderte. Die Stadtarchäologie führte zahlreiche Grabungen in der Region durch, die mit ihren Funden bedeutende Erkenntnisse über die frühe Stadtgeschichte zum Ergebnis hat.

Der Stamm der Bajuwaren

Dieser Stamm hatte sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen gebildet, erste Nachweise konnten in den achtziger Jahren mit der Entdeckung eines bajuwarischen Gräberfeldes in Straubing geführt werden. Die Funde ermöglichen Einblicke in das frühe Mittelalter von Altbayern. Adelsgräber und ein Reihengrab wurden in der Altstadt entdeckt. Aus Funden von Einzelgräbern konnten Trachten der damaligen Zeit rekonstruiert werden. Die Grabbeigaben zweier Frauengräber waren bunte Steinketten, Perlen aus Bergkristall und ein kleiner Kamm, in einem der Gräber einer Bajuwarin fanden sich Speer und Lanze.
Die gefundenen Grabbeigaben, wie Glas- und Tongefäße oder Gürtelgarnituren zeigen, auf welch hohem Niveau sich das damalige Kunsthandwerk befand. Das Gäubodenmuseum präsentiert diese prachtvollen Funde in zahlreichen Vitrinen, die diese Stücke hervorragend zur Geltung bringen.

Sakrale Kunst

Bestandteil der Dauerausstellung ist das Thema der religiösen Kunst. Hier wird das Schaffen regionaler oder lokaler Künstler im Straubinger Raum gezeigt. Ergänzt wird die Abteilung der sakralen Kunst mit der Thematik Volksfrömmigkeit quer durch die Zeiten, die sich dem religiösen Leben einfacher Menschen widmet. Heiligenverehrung, Hausandachten werden ebenso thematisiert wie die Entwicklung des Wallfahrtwesens. Die Geschichte der christlichen Lebensführung wird hier eindrucksvoll den Besuchern nahe gebracht.

Entwicklung der Stadt Straubing

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stadtgeschichte von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ende des Königreichs Bayerns. Die Exponate dieser Abteilungen geben einen umfassenden Überblick der Stadtentwicklung bis in das 19. Jahrhundert hinein. Verschiedene Sonderausstellungen widmen sich einzelnen Themen der Stadtgeschichte, sie bereichern das Gäubodenmuseum mit den vielen Facetten der Entwicklung und Traditionen Straubings.

Führungen und Museumpädagogik

Besucher können sich im Rahmen einer Stadtführung durch das Museum begleiten lassen. Eine thematische Führung zum Leben der römischen Armee bietet das Gäubodenmuseum ebenfalls an, diese kann altersgerecht für Schülergruppen gestaltet werden. Für den Rundgang von Schulkindern durch das Museum stehen Erkundungsblätter zur Verfügung, sie stehen vorab als Download zu Verfügung und ermöglichen Lehrkräften eine optimale Vorbereitung auf den Museumsbesuch. Natürlich sind die pädagogischen Materialien auch für Familien, die mit Kindern das Museum besuchen, eine hilfreiche Unterstützung.

Öffnungszeiten des Museums

Das Gäubodenmuseum ist ganzjährig von 10 – 16 Uhr geöffnet, ausgenommen an Feiertagen wie Karfreitag, Weihnachten oder Silvester. Für Familien und Schulklassen hält das Gäubodenmuseum attraktive Angebote bereit.